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Gerhard Polt & Biermösl Blosn
Gerhard Polt & Biermösl Blosn
Präsentiert von
Sonntag, 26. Juli 2009 / 20.00 Uhr
Winterbach Zeltspektakel
Mühlstraße / nahe Peter Hahn
73650 Winterbach
 
Gerhard Polt & Biermösl Blosn  AUSVERKAUFT!
 
       
       

Am Sonntag, den 26. Juli 2009 kommen Gerhard Polt und die Biermösl Blosn zu einem ihrer viel gefragten Gastspiele ins Remstal. "Die Zeiten für Satire sind immer gut. Sie stirbt nicht, solange der Mensch menschelt", sagt Gerhard Polt, der Anfang Mai seinen 67. Geburtstag feiert.
  
Als kongeniale Partner stehen seit vielen Jahren Hans, Michael und Christoph Well auf der Bühne, bekannt als die Biermösl Blosn. Die drei Virtuosen der Volksmusik beschreiben in ihren Programmen mit Texten und Klängen gnadenlos den bayerischen Alltag in all seinen Untiefen.
  
Bekannt wurde Polt durch die Sketchreihe „Fast wia im richtigen Leben“ im Bayerischen Fernsehen. Seither gilt er als Meister des Rollenspiels. Zunächst sind seine Figuren verträgliche kleine Leute, wie man sie kennt. Aber man kennt sie nicht wirklich. Polt’s kleine Leute mutieren zu menschlichen Monstern. Radikale, Menscherverächter oder dumpfe Herrenmenschen alt bekannter Prägung. Er arbeitet mit dem abschreckenden Beispiel.
  
"Das Niedrige im Mantel der Seriosität" zu zeigen, interessiert Polt besonders. "Auch heute werden Politiker als seriös eingeschätzt, und ich frage mich: Warum?" Seine Programme sind spektakulär, nur eben weniger im Sinne der elektronischen Medien. Über sich sagt der Meister des Figurenspiels: "Ich resigniere, aber vital."
  
Geboren ist Gerhard Polt 1942 in München. Er wuchs auf im katholischen Wallfahrtsort Altötting. Nach dem Abitur begann er zunächst in München ein Studium der politische Wissenschaften, Geschichte und Kunstgeschichte, wandte sich dann der Skandinavistik zu und studierte ab 1962 vier Jahre nordische Sprachen in Schweden. Danach arbeitete Polt, bevor er sich 1976 auf die Kleinkunstbühne begab, als Dolmetscher, Übersetzer und Lehrer in München. Schnell wurde er zum Insider-Tipp. Als grandioser Leutebeobachter und Figurendarsteller wurde er zum Kleinkunststar, weil er ungeahnte menschliche Abgründe freilegte. Mit seinem Spiel geht er über das bayerische Gemüt hinaus und zeichnet das Konservative, Rassistische und Eigensüchtige in der deutschen Seele nach. Seit 1982 zeigt er seine hintergründig politischen Psychogramme häufig zusammen mit der Günzlhofener Musik-Gruppe "Biermösl Blosn".
            

www.poltseite.de

  

  

Biermösl Blosn
  
An den großen Bühnen der Republik sind die Well-Brüder einfach Kult. Sie spielen dennoch auch auf den kleinen, bei Feuerwehrjubiläen, Landjugendfesten und Veranstaltungen von Bürgerinitiativen. Aufgetreten sind sie praktisch in aller Welt. In Frankreich, Skandinavien, Spanien, Island, Südkorea, Österreich, in der Schweiz, Irland und in England aber auch an der Elfenbeinküste, in Japan und Kalifornien. Der Name "Biermösl" ist abgeleitet von Biermoos (Beerenmoor). Das Biermoos gehört zum Haspelmoor zwischen München und Augsburg, das man vor Jahren in Großflughafen und Mülldeponie umwandeln wollte. "Blosn" (Blase) ist ein bayerischer Begriff für Clique oder Gruppe.
Die Musik und der Spott der Biermösl Blosn sind von purer Heimatliebe gespeist. Und damit muss ihr Vortrag notgedrungen satirisch und auch politisch werden. Das große Vorbild des Trios ist der Zitherspieler und Volkssänger Kraudn Sepp (1896-1977), der eine deftige Wirtshausunterhaltung pflegte. Durch seine unorthodoxe Herangehensweise an die Volksmusik und schnörkellose Vortragsweise wurde er mit den Ikonen der amerikanischen Folk-, Country- und Bluesszene, wie Hank Williams oder Jonny Cash, verglichen.

  

Die Brüder Well haben in ihren Liedern und Musiken die gleiche Intention. Unorthodox und schnörkellos. Wie der Kraudn Sepp nehmen sie es mit der stilechten Folklore nicht so genau, sie mischen mit Klassik oder keltischer Folklore. Diese Mixturen haben nicht nur dramaturgische Funktionen, sie werden oft auch ironisch eingesetzt. Selten vermag es eine Band, die Musik derart treffend ironisch zu verwenden wie die Biermösl Blosn. Im bayrischen Kosmos gibt es für ihre Art der politisch angriffslustigen Lieder kaum einen Vergleich.

  
Die Lieder der Well-Brüder sind vom Widerstandsgeist beseelt. Sie zeigen auf grandiose Weise, wie nahe sich traditionsreiche Musik und heutige satirische Weltbetrachtung doch eigentlich sind. Und damit haben sie das romantikgeschädigte Volkslied wieder in die Gegenwart gerückt. Sie greifen unverblümt in das aktuelle politische Geschehen ein. Durch versehentliches Senden der Bay-Wa-Hymne im Bayerischen Fernsehen, beleidigten die Biermösl Blosn 1979 die bayerische Staatsregierung unter Franz Josef Strauß schwer. Das war für längere Zeit der letzte Auftritt beim Bayrischen Rundfunk. Aber die Biermösln Blosn war schon längst nicht mehr aufzuhalten.
Die Brüder Hans, Michael und Joseph Well sind unter 15 Geschwistern aufgewachsen. Alle drei haben es zunächst mit einem bürgerlichen Beruf versucht, sind aber daran gescheitert. Zu stark war die Anziehungskraft der "Stubnmusi", der authentischen bayrischen Volks(tanz)musik. Hans, geboren 1953, hat nach einem dürftigen Abitur mit bestem Ergebnis ein Pädagogikstudium abgeschlossen, flüchtete dann aber vor dem Lehrerberuf und wurde, wie es heißt, bei der Biermösln Blosn resozialisiert. Er spielt Gitarre, steirisches Akkordeon, Saxophon, Trompete (bei Sprengungen), Bratsche, Sopran-Jagdhorn und Tenor-Alphorn.

  
Michael, geboren 1958, begann Sozialkunde zu studieren, aber die Biermösl Blosn, also die Kunst, verhinderte einen ordentlichen Abschluss. Er spielt Bariton, Tuba, Flöte, Banjo, Drehleier, Cello, Tenor-Jagdhorn und Bariton-Alphorn. Der Dritte im Bunde, Christoph, genannt Stopherl, geboren 1959, hat es im bürgerlichen Sinne am weitesten geschafft. Weil sein Schulbesuch erfolglos blieb, wurde er Musiker. Er studierte Trompete und Harfe, spielte Solotrompete bei den Münchner Philharmonikern und trat später als Konzertharfenist auf. Er spielt Harfe, Geige, Flöte, Maultrommel, Gitarre, Hackbrett, Zither, Dudelsack, Ballastsaite, Tuba, Bariton-Jagdhorn und Sopran-Alphorn. 
           

www.biermoesl-blosn.de

 

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